London und Norwich waren mehr als nur Reiseziele. Sie waren ein lebendiges Laboratorium für die Zukunft der Kirche. Unsere Studienreise zur Church of England hat uns eindrücklich gezeigt was der Begriff Mixed Ecology in der Praxis bedeutet. Es ist kein Entweder Oder sondern ein Sowohl Als auch.
Wir sahen wie tief verwurzelte Traditionen, neben völlig neuen Ausdrucksformen wachsen. Die sogenannten Fresh Expressions of Church sind dabei keine Konkurrenz zur klassischen Ortsgemeinde. Sie sind notwendige Ergänzungen in einer sich wandelnden Gesellschaft.
Eindrücke die bleiben
Besonders bewegend war die Bandbreite der besuchten Orte.
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Holy Trinity Brompton zeigte uns, wie florierende Kirchen durch Church Planting sterbende Gemeinden revitalisieren können.
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St Anne’s in Soho demonstrierte eine radikale Gastfreundschaft für die LGBT Community im Herzen des Londoner Nachtlebens.
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Church@five bewies, dass Kirche in Sozialwohnungen auch ohne grosses Budget aber mit viel Herzschlag für die Nachbarschaft funktioniert.
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Ascension Balham inspirierte mit der Bubble Church, einem kreativen Format für die Kleinsten, das auch die Grossen begeistert.
Theologisches Fundament
Hinter all diesen praktischen Modellen steht kein blosser Pragmatismus. Die 5 Marks of Mission bilden das theologische Rückgrat. Es geht um Evangelisation aber genauso um den Einsatz für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Die Vision der Church of England für die 2020er Jahre bringt es auf den Punkt. Simpler, Humbler, Bolder! Eine einfachere, demütigere und mutigere Kirche.
Wir nehmen die Erkenntnis mit, dass Kirchenentwicklung weniger eine Frage der Methode ist sondern eine Frage der Haltung. Die Generous Orthodoxy erlaubt uns verschieden zu sein und doch in der Mission vereint.
Was bedeutet das für uns in der Schweiz
Die Versuchung ist gross die faszinierenden Modelle aus London einfach eins zu eins zu übernehmen. Doch echte Veränderung beginnt nicht mit dem Kopieren von Methoden sondern mit einer Transformation unserer eigenen Haltung. Wir müssen den Mut haben nicht nur Programme zu importieren sondern eine Kultur zu entwickeln die in unseren spezifischen Schweizer Kontext passt. Es geht darum die Prinzipien der Missio Dei hier vor Ort neu zu buchstabieren und zu fragen was Gott in unseren Dörfern und Städten vorhat.
Gerade für die römisch-katholische Kirche liefert der englische Weg dabei wertvolle Impulse für die synodale Umsetzungsphase 2025–2028. Fresh Expressions sind im Kern gelebte Synodalisierung da sie radikal auf das Hören und die Partizipation aller Getauften setzen und die gemeinsame Sendung in den Mittelpunkt stellen. >>> Synodalität als Logik der Liebe
Wenn du Lust hast diesen Weg mitzudenken oder dich konkret zu beteiligen dann sind die Jugendseelsorge Zürich und das Reuss Institut deine Ansprechpartner*innen. Lass uns gemeinsam herausfinden wie Kirche morgen auch für neue Zielgruppen aussehen kann.
Link zum Reuss Institut: reuss-institut.ch
