Wer ich bin: Don Kizhakkeveetil
Ich bin einer, der selten stillsteht. Einer der immer etwas erleben möchte und neugierig auf das ist, was hinter der nächsten Ecke wartet. Ich liebe die Energie von Menschenmassen, das Gewusel, das Leben mittendrin. Und genauso geniesse ich die Momente, in denen ich einfach nur für mich bin. Zwischen dieser Dynamik und der Stille liege ich.
Meine Wurzeln führen nach Kerala im Südwesten Indiens, an einen Ort, an dem der katholische Glaube kein europäischer Import ist, sondern bis ins Jahr 52 n. Chr. zurückreicht. Nach der Überlieferung war es der Apostel Thomas selbst, der dort an Land ging und die ersten christlichen Gemeinschaften gründete. Diese jahrtausendealte Tradition verbindet tiefe indische Kultur mit dem Glauben: Eine Geschichte von Aufbruch, Begegnung und Wandel, die ich bis heute spüre.
Glaube war für mich schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Von klein auf war es für mich natürlich, sonntags gemeinsam mit der Familie die Messe zu besuchen.
Ich denke an die Sonntagmorgen in Kerala: Wir laufen als Familie den Kilometer zur Kirche, die Männer im Sonntagshemd, die Frauen in farbenfrohen Churidaren, über Kies und unebenen Boden. Schon von weitem dröhnt die Musik aus den Lautsprechern. Die Treppe ist steil, die Luftfeuchtigkeit hoch, und die frisch geputzten Schuhe sind staubig, bevor man überhaupt angekommen ist. Man zieht sie vor der Tür aus, während drinnen die Deckenventilatoren surren und die Türen weit offenstehen, um der prall gefüllten Kirche Luft zu schenken.
Als Praktikant in der Jugendseelsorge werde ich heute in verschiedene Pfarreien geschickt: Ich unterstütze bei der Firmvorbereitung, der Katechese, packe bei administrativen Aufgaben an und plane Events. Ich möchte mit jungen Menschen unterwegs sein, Fragen stellen und Glaube erlebbar machen.
Was bringt dich auf deinem Weg in Bewegung?
