Neulich, bei einem Treff im Jugendraum, wurde viel gelacht. Die Jugendlichen redeten über Serien, Prüfungen, Ferienpläne. Alles schien leicht.
Doch eine junge Frau blieb auffallend still. Sie lächelte, nickte… aber wirkte abwesend.
Ein junger Mann scherzte lautstark, provozierte… fast schon zu sehr.
Und dazwischen eine Aussage wie im Vorübergehen:
„Ich glaub, ich mach eh nur, was die anderen erwarten…“
Nichts davon schreit nach Hilfe. Aber alles davon könnte sagen:
„Ich spiele dauernd eine Rolle. Ich wüsste gerne, wer ich wirklich bin… ohne Likes, ohne Masken.“
Diese Sätze werden selten laut gesagt.
Aber sie sind da… verborgen in Blicken, in Pausen, im Rückzug.
Und oft begegnen wir ihnen mit schnellen Reaktionen: „Komm, sei doch einfach Du selbst!“
Doch was heisst das – selbst sein – wenn man sich selbst kaum kennt?
Identität ist nicht etwas, das man „hat“. Es ist etwas, das lebt… sich wandelt, wächst, reibt, sucht.
Und gerade in einer Zeit voller Stimmen, Bilder und Meinungen ist es schwer, die eigene Stimme zu hören.
Für die Jugendpastoral heisst das:
Nicht fertige Antworten geben. Sondern Räume öffnen.
Nicht definieren. Sondern begleiten.
Vielleicht ist Identität weniger ein Ziel… und mehr ein Weg.
Ein Weg, auf dem Jugendliche gespiegelt, erinnert, bestärkt werden.
✨ Stärken statt Schwächen sehen
Viele Jugendliche erleben sich im Schulalltag oder zu Hause vor allem im „Nicht-genug-Sein“.
Was wäre, wenn wir den Blick wenden… auf das, was sie mitbringen? Auf das, was leuchtet?
🏠 Räume der Echtheit schaffen
Jugendarbeit lebt davon, dass Jugendliche echt sein dürfen… nicht angepasst.
Das kann ein offener Abend sein, ein Retreat, ein Gesprächsraum…
Hauptsache: echt. Und urteilsfrei.
🔍 Spiritualität als Zusage
Unser Glaube beginnt nicht mit Forderung, sondern mit Verheissung:
„Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen… Du bist mein.“ (Jesaja 43,1)
Das ist kein Etikett. Das ist ein inneres Erinnern.
Gott begegnet dem, der fragt… nicht dem, der fertig ist.
🌱 Identität als Beziehung verstehen
Wir sind nicht nur, was wir fühlen oder denken.
Wir werden… in Beziehung.
Freundschaften, Glaube, echte Gespräche: Sie helfen, sich selbst zu sehen.
- Für Dich persönlich:
Stell Dir heute einmal selbst die Frage: Wer bin ich… wenn niemand zusieht?
Und vielleicht… teile sie mit jemandem, dem Du vertraust.
- Für Deine Pfarrei:
Wie wäre ein Abend, der dieser Frage Raum gibt?
Ein „Wer bin ich?“-Abend, mit Musik, Gespräch, Stille.
Wir von der Jugendseelsorge Zürich unterstützen Dich gerne.
