Schnell wurde in den Gesprächen deutlich: Es geht um mehr als eine Zahl. Zwar war eine Firmaltersempfehlung Ausgangspunkt, doch die Diskussion öffnete einen grösseren Horizont. Im Mittelpunkt stand die Frage: Was braucht es, damit die Firmung für junge Menschen wirklich trägt?
Ein Follow-up im März 2026 in Chur bot Raum, diese Fragen weiter zu vertiefen. 18 junge Menschen aus verschiedenen Regionen brachten ihre Erfahrungen ein. Dabei wurde spürbar: Firmung darf nicht als ein „Durchfirmen“ ganzer Jahrgänge verstanden werden. Vielmehr geht es um einen persönlichen Schritt – um ein bewusstes Ja zum Glauben und zur Kirche.
Bischof Joseph Maria Bonnemain formulierte es so: Er wünsche sich, dass junge Menschen „verliebt sind in Gott“. Diese Aussage hat die Gespräche geprägt. Was braucht es, damit eine solche Beziehung wachsen kann?
Die jungen Erwachsenen machten deutlich: Es braucht beides. Einerseits eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Glauben – Wissen darüber, was Christsein bedeutet. Andererseits braucht es Räume für persönliche Erfahrungen, für Gebet und Beziehung. Orte, an denen junge Menschen sich ausprobieren, Fragen stellen und ihren eigenen Zugang zu Gott finden können.
Dabei wurde auch klar: Reifung geschieht nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt. Sie wächst im Leben – durch Erfahrungen, durch Krisen und durch die Suche nach Sinn. Die Frage ist deshalb weniger: Wie alt ist jemand?
Sondern vielmehr: Ist ein Mensch bereit, diesen Glauben zu leben?
Ein weiterer wichtiger Punkt: Firmung ist kein Abschluss. Ein guter Firmweg endet nicht mit dem Sakrament, sondern führt weiter. Junge Menschen brauchen auch danach Gemeinschaft, Begleitung und Räume, in denen sie ihren Glauben leben können – oft gerade im Austausch mit Gleichaltrigen.
Aus diesen Überlegungen hat sich eine gemeinsame Perspektive entwickelt: Der Fokus soll weniger auf einer einheitlichen Altersfestlegung liegen, sondern auf der Qualität der Vorbereitung und der Begleitung. Firmung wird so zu einem individuellen Schritt, der getragen ist von Beziehung, Erfahrung und Gemeinschaft.
Der Jugendrat und der Bischof werden diese Erkenntnisse gemeinsam in einem Schreiben an die Pfarreien und Missionen weitergeben. Begleitet wird dieser Prozess durch die Präsides des Jugendrats – aktuell Natascha Rüede (Zürich) und Erich Petrini (Chur) –, das solche Austauschräume ermöglicht und die Ergebnisse sichert.
Der Weg ist damit nicht abgeschlossen – aber ein wichtiger Schritt ist getan: hin zu einer Firmung, die junge Menschen wirklich stärkt auf ihrem eigenen Glaubensweg.
