Ich bin Ministrant.
Ich weiss, wie es sich anfühlt, vorne zu stehen – manchmal stolz, manchmal unsicher, manchmal einfach nur froh, da zu sein. Ministrieren heisst für mich nicht perfekt zu funktionieren, sondern Teil von etwas Grösserem zu sein. Teil einer Tradition, die trägt, und Teil eines Glaubens, der mich immer wieder neu ruft.
Ich kenne die Fragen: «Was geschieht hier wirklich, mit Brot und Wein auf dem Altar?».
Wandlung ist für mich nicht festes Wissen, sondern ein Geheimnis, dem ich mich aussetze.
Ich diene nicht einem Wissen, sondern bleibe bei etwas, das sich mir entzieht – bis ich es erkenne und Erkenntnis reift.
Ministrant sein heisst für mich: fragend bleiben.
Und zugleich wahrnehmen, dass wir in einer Zeit der Wandlung erleben. Auch unser Dienst wandelt sich. Vom «MahlDiener» hin zu einem «Kommunion- oder WortDiener».
Von klaren Rollen zu neuen Formen gelebten Glaubens, lebendiger Kirche.
Nicht, um die Tradition zu verlieren, sondern um ihr eine neue Stimme zu geben.
Ich bin Firmand.
Einer, der gesucht hat. Der Fragen hatte. Der gezweifelt hat. Und der gemerkt hat: Glaube ist kein fertiges Paket, sondern ein Weg. Ein Ringen. Ein Wachsen. Firmung wurde für mich nicht ein Abschluss, sondern ein Anfang. Und damit bin ich auch: Getaufter.
Firmung hat mir bewusst gemacht, dass mein Weg mit Gott nicht erst dort begonnen hat.
Er begann mit der Taufe – mit einem Ja Gottes, lange bevor ich selbst Ja sagen konnte.
Firmung ist für mich ein Wachwerden. Zu merken: Ich muss nicht alles alleine.
Der Heilige Geist geht mit. Ein Beistand, grosszügig, leise, kraftvoll. Er wirkt in mir –
und in jedem Menschen, oft verborgen, manchmal überraschend, aber immer tragend.
Ich bin Gefirmt.
Nicht, weil ich „fertig“ bin, sondern weil mir etwas zugetraut wird.
Glaube ist für mich kein Abschluss, sondern ein Ruf, eine Sendung.
Eine Einladung, Verantwortung zu übernehmen – für mein Leben, meine Fragen, meine Sehnsucht.
Tradition gibt mir Wurzeln. Gleichzeitig Glaube am Wirken des Heiligen Geistes für neues Leben in der Kirche, für Spiritualität mit neuer Glaubenssprache.
Nicht als Gegensatz, sondern als Ausdruck eines lebendigen Glaubens.
Seit dem 1. Januar 2026 darf ich Teil der Jugendseelsorge im OMG! sein – derzeit mit Schwerpunkt in der Ministrantenpastoral und ab Mai zusätzlich in der Firmpastoral.
Mein Herz schlägt für junge Menschen.
Nicht, weil sie die Zukunft der Kirche sind, sondern weil sie die Kirche von heute sind.
Papst Johannes Paul II. hat die Jugendliche am Weltjugendtag 1997 in Paris die «Sentinelle del nuovo mattino» genannt – die «Verkünder des neuen Morgens».
Dieser Satz begleitet mich seitdem.
Er erinnert mich daran, wach zu bleiben, hinzuhören, und dem Licht zu trauen, das schon aufgeht.
Denn im Evangelium liegt für mich das, wonach viele suchen:
wahre Freude, echte Freiheit und ein tiefer Frieden, der dort wächst, wo Versöhnung möglich wird.
Ich freue mich darauf, diesen Weg im OMG! gemeinsam mit EUCH zu gehen.
Mit EUCH. Für EUCH.
Und mit dem Vertrauen, dass Gott schon da ist – mitten unter uns.
