In vielen Pfarreien engagieren sich Katechetinnen, Seelsorgende, Pfarrer und Jugendarbeitende mit grosser Motivation – trotz wachsender Herausforderungen. Und doch gibt es sie auch: die Zeichen von Überlastung, von innerem Rückzug, von Teams, die sich schwertun, miteinander leistungsfähig und harmonisch unterwegs zu sein.
Am diesjährigen Treffen aller Seelsorgenden im Kanton Zürich wurde das sehr deutlich. Mitarbeitende des Generalvikariats zeigten: Es gibt die Bereitschaft zur Weiterbildung und die Offenheit für neue Aufgaben – besonders bei Katechetinnen. Aber es wurde auch sichtbar, dass die Belastung in vielen Teams hoch ist. Dass sich Erschöpfung zeigt. Und dass wir uns zunehmend der Frage stellen müssen: „Wer trägt Sorge für die, die sorgen?“
Dabei geht es nicht nur um einzelne Überforderte. Sondern auch um das, womit Kirche als Ganzes konfrontiert ist: ein sich wandelndes Umfeld. Kirchenaustritte, gesellschaftliche Säkularisierung, sinkende Studienzahlen in Theologie und Religionspädagogik, schwindendes Interesse der Zielgruppen in Schule sowie Jugend- und Familienarbeit. Dazu kommt die kirchliche Vertrauenskrise – ausgelöst durch Fragen zu Machtmissbrauch, Hierarchie, Zölibat und Gleichstellung.
Wer in diesem Umfeld arbeitet, braucht nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch Halt – und Räume zur Klärung.
Manche fragen sich: Wo bleibe ich in all dem? Was darf ich mir zumuten – und was nicht mehr?
Es braucht eine Kultur, in der das Nachfragen erlaubt ist. In der es normal wird, sich Unterstützung zu holen. In der nicht nur das Geben zählt, sondern auch das Empfangen.
Im Bistum St. Gallen wurde für diese Fragen ein Konzept zur «Seelsorge für Seelsorgende» entwickelt. Auch im Kanton Zürich wird dieser Gedanke aufgenommen. Das Generalvikariat hat das Thema bewusst gesetzt – und viele dual Verantwortliche tragen es mit.
Was jetzt gefragt ist, sind keine grossen Lösungen. Sondern kleine, konkrete Schritte:
– Räume der Ermutigung.
– Haltungen, die entlasten.
– Ein Klima, das ehrlich ist – ohne zu überfordern.
Denn: Seelsorge ist Beziehungsarbeit. Und Beziehung lebt von Gegenseitigkeit.
Nicht immer stark – aber echt.
Nicht perfekt – aber getragen.
Nicht allein – sondern miteinander.
Gerne unterstützen wir als Jugendseelsorge Zürich das Anliegen des Generalvikariats, die kirchlichen Mitarbeitenden im Sinne von «Seelsorge für Seelsorgende» mit allen dual Verantwortlichen gemeinsam zu stärken.
Wir bleiben im Gespräch mit den Jugendarbeitenden und -Seelsorgenden der Pfarreien – und suchen gemeinsam Wege, wie Sorge füreinander wieder gelingen kann. Wer den Austausch sucht, darf sich gerne bei uns melden.
