Das Arbeiten an unterschiedlichen Orten hat meinen Alltag sehr abwechslungsreich gestaltet und mir einen breiten Einblick in die kirchliche Jugendarbeit ermöglicht.
Für dieses Praktikum habe ich mich entschieden, weil mich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schon immer interessiert hat und ich Kirche einmal aus einer ganz praktischen und lebensnahen Perspektive erleben wollte. Besonders spannend finde ich die Begegnungen mit jungen Menschen, für die Kirche bereits in jungen Jahren eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt. Früher hatte ich oft das Gefühl, dass es an meinem Wohnort kaum Jugendliche gibt, die sich mit dem Glauben auseinandersetzen. Durch mein Praktikum wurde mir jedoch bewusst, dass ich mich darin geirrt habe.
Mein Arbeitsalltag umfasst ganz unterschiedliche Tätigkeiten. Ich darf bei Anlässen mithelfen, Programme für Kinder und Jugendliche mitplanen und bei Gottesdiensten mitwirken. Dabei habe ich hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr zu tun. Gleichzeitig gehört auch der Austausch mit anderen Jugendarbeitenden, Religionspädagogen und Theologen zu meinem Alltag.
Vieles war für mich neu oder ungewohnt. Die Arbeitsbedingungen unterschieden sich stark von dem, was ich aus meiner Lehrzeit kannte. Besonders herausfordernd war es, flexibel zu bleiben und mich auf sehr unterschiedliche Situationen und Bedürfnisse einzulassen. Ein Beispiel dafür ist der Minitag, den ich vorher nicht kannte. Einige Wochen davor konnte ich mir kaum vorstellen, wie dieser Tag ablaufen würde oder welche Aufgaben ich übernehmen könnte. Auch das Arbeiten zu unregelmässigen Zeiten, etwa abends oder an Wochenenden, erforderte eine gewisse Umstellung.
Rückblickend habe ich vor dem Praktikum einige Dinge anders eingeschätzt. Ich dachte zum Beispiel, dass es einfacher sei, Jugendliche für kirchliche Angebote zu begeistern. Überraschend war für mich jedoch, wie viel Vertrauen, Geduld und echtes Interesse es braucht, um eine Beziehung aufzubauen. Gleichzeitig hat mich positiv überrascht, wie offen und ehrlich Jugendliche sein können, wenn sie sich ernst genommen fühlen. Dies erlebe ich vor allem bei den PlusUltra-Treffen, welche die Pfarrei Heilig Kreuz jeden Dienstagabend anbietet. Teilweise kommen Jugendliche auf mich zu und erzählen mir sehr persönliche Angelegenheiten – oft wünschen sie sich einfach ein offenes Ohr.
Zu meinen persönlichen Highlights zählen die besonderen Gespräche mit Jugendlichen, gemeinsame Erlebnisse bei Anlässen sowie das Arbeiten im Team. Besonders eindrücklich waren die Momente, in denen Jugendliche Vertrauen gefasst und sich geöffnet haben. Ein solches Gespräch oder ein gelungener Anlass liess mich mehrmals denken: «Genau dafür mache ich das Praktikum». Auch kreative Projekte sowie die Zusammenarbeit mit engagierten und hilfsbereiten Mitarbeitenden bereichern mein Praktikum.
Natürlich lief nicht immer alles perfekt. Manchmal hatte ich Mühe, Jugendliche zu erreichen, da sie sich mir gegenüber verschlossen und kaum sprechen wollten. Aus solchen Situationen lerne ich und nehme mir vor, in Zukunft noch bewusster auf die Jugendlichen zuzugehen. Dieses Praktikum zeigt mir, wie wertvoll diese Arbeit ist – für die Jugendlichen, aber auch für mich persönlich.
