Das Broken Bread Take Away ist eine Unterstützungsmassnahme des Vereins für Bedürftige in Zürich. Hinter dem 25 Hours Hotel baut der Verein „incontro“ mit freiwilligen Helfern jeden Abend eine Openair-Mensa auf. Es werden täglich frische sowie verarbeitete Lebensmittel, Getränke und warme Mahlzeiten gratis abgegeben. Der Verein „incontro“ vertraut auf den Menschen, in einer Notlage zu sein. Niemand muss sich ausweisen, um seine Not zu bestätigen.
Am Treffpunkt warten bereits die ersten freiwilligen Helfer. Sobald Sr. Ariane oder einer ihrer Mitarbeiter kommt, geht es los. Als erstes gibt es ein paar Infos über den Verein für die, die das erste Mal dabei sind. Danach wird jedem bereits eine Aufgabe vergeben. Gemeinsam gehen wir im Lager die Wagen abholen und ziehen eine Jacke von „incontro“ an, damit die Menschen erkennen, wer dazu gehört. Sobald alle startklar sind, brechen wir im Gänsemarsch zum 25 Hours Hotel auf. Auf dem Weg wird noch nichts verteilt. Alle die etwas brauchen, müssen bei uns anstehen. Hinter dem Hotel wartet bereits Frederick auf uns. Einer der zwei Freunde, wie Sr. Ariane die Menschen in Not nennt, die uns als einzige Helfen dürfen. Frederick hilft uns jeden Abend beim Aufbau und unterhaltet die ersten Wartenden. Die Wagen stellen wir in eine Reihe, am Ende steht ein Tisch, hinter dem wir die warmen Mahlzeiten herausgeben und – wenn wir haben – Kleinbrote und Gipfeli. Um 18:00 Uhr starten wir mit der Essensausgabe. Jede anwesende Person darf bei jeder Station etwas abholen. Viele Leute versuchen, mehr zu ergattern, doch wenn man sie darauf hinweist, dass es sonst nicht mehr reicht, reagieren sie gelassen mit «okay, morgen wieder». Für viele bedeutet das Broken Bread Take Away auch einen Ort, um Lasten loszuwerden. Die Begegnungen und Gespräche sind oft wichtiger als die Lebensmittel. Man spürt, dass die Leute alle extrem dankbar dafür sind.
Für mich sind die Einsätze eine sehr bereichernde Erfahrung. Es ist schön zu sehen, wie Menschen in Not unterstützt werden und ihnen etwas Halt und Sicherheit geboten wird. Gleichzeitig bewegt es mich auch, dass so viele Menschen diese Unterstützung benötigen. Um die 200 Menschen stehen täglich eine Stunde für eine warme Mahlzeit und ein paar Lebensmittel an – und das bei jedem Wetter. Den meisten Menschen sieht man die Notlage, in der sie sich befinden, nicht an.
Wenn möglich gehen freiwillige Helfer mit warmen Mahlzeiten und Getränken auch zum «Dennerplatz» und der «Haltestelle Militärstrasse». Der Verein „incontro“ darf an diesen Plätzen zusätzlich Essen verteilen. Viele Menschen, die sich da aufhalten, kommen nicht mehr zum Broken Bread Take Away zum Beispiel, weil es ihnen mittlerweile zu viele Leute hat. Deshalb gehen wir dahin, wo sie sind. Wie in der Openair Mensa auch, kommen die Leute auf uns zu und fragen, was wir heute anbieten. Anders als die Leute in der Schlage beim 25 Hours Hotel befinden sich viele dieser Menschen seit längerem in einer Notlage. Die Dankbarkeit ist hier dafür umso mehr zu spüren. Wir erhalten auch immer wieder Komplimente, wie zum Beispiel: «Ihr seid die tollsten» und «eure Arbeit ist grossartig».
Mehr Infos zum Verein und wie auch du „incontro“ unterstützen kannst findest du unter
https://incontro-verein.ch/.
